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Posts Tagged ‘Uni Bielefeld’

Allerdings nicht, wie man denken könnte, von allen Plätzen der Welt, sondern beim Fame-Lab-Finale.

FameLab ist für Forscher und Forscherinnen aus dem Bereich der Natur- und Technikwissenschaften, z.B. der Astronomie, Biologie, Biotechnologie, Chemie, Informatik, Ingenieurswissenschaften, Mathematik, Medizin, Pharmazie, Physik, Psychologie, Robotik, Statistik, Wirtschaftswissenschaften, etc.

Sozial- und Geisteswisschenschaften scheinen in diesem Marketingkonzept nicht vorzukommen. Überhaupt sollten einem diese PPP-Geschichten suspekt sein, reproduzieren sie doch die Ideologie von Standortwettbewerb und Leistungsträgertum. Auf der anderen Seite ist Wissenschaftskommunikation an sich ja nichts Schlechtes. Wer schon einmal Harald Lesch in Aktion erlebt hat, wird Derartiges zu schätzen wissen (auch wenn bei Abenteuer Wissen sein Potenzial arg vergeudet wird).

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Als ehemalige Mitschüler nach Bielefeld gingen, dachte ich: „Aha, da kann man also auch studieren.“ Vorher wusste ich über Bielefeld nur, dass es diesen unglaublich doofen Witz gibt, dass es Bielefeld nicht gäbe und das mit irgendwelchen Verschwörungen zusammenhinge. Da mich aber sonst keiner wollte, weil die Schule nicht so ganz ernst nahm, bin ich dann tatsächlich dort gelandet und musste es zum Glück nicht bereuen. Die Uni Bielefeld ist nämlich im Großen und Ganzen ziemlich cool, auch wenn die Fassade für Viele den Charme eines Ostblockwohngetthos versprüht. Und die Fakultät für Soziologie ist spitze. Das weiß man, wenn man sich eingehender mit Soziologie befasst. Dazu bedarf es keiner Rankings, die im Zweifel ja noch Unis für toll halten, an denen… aber lassen wir das.

Die Universität Bielefeld freut sich jedenfalls offiziell über ihr weltweit mittelmäßiges Abschneiden im Times Higher Education Ranking, was immerhin für Platz 1 in NRW reicht.

Im Hochschulranking 2010/2011 des renommierten britischen Magazins „Times Higher Education“ hat die Universität Bielefeld das beste Ergebnis aller Hochschulen Nordrhein-Westfalens erzielt. Sie ist in Deutschland die Nummer 8 und kommt auf Platz 67 in Europa. Im weltweiten Vergleich belegt die Universität Bielefeld Rang 173.

Steht da. Und Professor Dr. Rolf König, stellvertretender Rektor und Prorektor für Finanzangelegenheiten und Ressourcen der Universität Bielefeld ist ebenfalls begeistert:

„Dieses Ergebnis in einem der renommiertesten internationalen Universitätsrankings bestätigt den Anspruch der Universität Bielefeld, sowohl in der Forschung als auch in der Lehre zu den besten Universitäten in Deutschland zu gehören“

Dumm nur, dass dieses Ranking, wer hätte es gedacht, völliger Quatsch ist. Ich frage mich, warum so viele Wissenschaftler auf der Welt eine „Studie“ ernst nehmen, die wissenschaftliche Kriterien, etwa eine ausreichende Fallzahl, mit Füßen tritt. Ja, es gibt Kritik. Man kann sie finden, wenn man will. Die Uni Bielefeld und ihr Prorektor scheint das nicht zu interessieren, immerhin kann sie sich mit Hilfe des Rankings in positiver Weise selbst darstellen.

Genau hier liegt wahrscheinlich das Problem. Generell ist es ja so, dass die Produktion der Selbstbeschreibung einer Organisation deren Betrieb, den eigentlichen Zweck, behindert, also Zeit und Geld verschlingt, weshalb man durchaus verstehen kann, dass hier auf möglichst einfache Weise Kosten, also Komplexität reduziert wird. Noch dazu läuft diese Selbstbeschreibung über ein anderes Funktionssystem läuft, nämlich die Massenmedien (ausgenommen natürlich Organisationen der Massenmedien). Wahrheits“produktion“ und Aufmerksamkeits“produktion“ haben wenig miteinander zu tun. Dementsprechend wenig Ahnung haben die selbstverwalteten deutschen Unis von professioneller Selbstbeschreibung, es sei denn, es ist zufällig jemand zuständig, der zu dem Thema forscht. Das ist eigentlich auch kein Problem, es wird nur zu einem gemacht, wenn man so tut, als seien die Uni Unternehmen und würden miteinander um Kunden (Studis) konkurrieren. Wissenschaftler kennen sich in der Regel so gut in der Wissenschaftslandschaft aus und/oder haben so wenig Alternativen, dass sie auf Rankings pfeifen können. Ein (in der Tat) weltweit renommiertes Hochschulranking verspricht nun Aufmerksamkeit, Autorität und positive Resonanz. Da kann man mal eben ein paar Zeilen zusammenschreiben und den Prorektor frohlocken lassen. Passt, fertig, aus.

Aber eigentlich müssten sie es besser wissen.

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Gestern Vorgestern morgen ist die zweite, mit ca. 30 Besetzern und Innen nicht mal halb so zahlreiche, Besetzung des Auditorium Maximum der Universität Bielefeld wieder geräumt worden, diesmal ohne Polizeipräsenz. Ziel der Aktion (der Besetzung, nicht der Selbsträumung) war offenbar die „Aneignung“ von „Freiräumen“. Jedenfalls kombiniere ich das aus dem aktuellen Plakat von uni.links, welches die Besetzung von Freiräumen fordert, dem Aufruf vom Tag der Wiederbesetzung und der Forderung nach einem eigenen Seminarraum, der wohl für inhaltliche Diskussionen genutzt werden soll, für die man natürlich erst mal (wieder) Arbeitsgruppen eingerichtet hatte.

Das Plenum heute morgen ist aufgrund der kleinen Zahl an BesetzerInnen ausgefallen. Stattdessen haben wir angefangen, inhaltlich zu diskutieren. Wir sind seit mehreren Stunden dabei, Forderungen aufzustellen.

So zu lesen auf der Homepage der BesetzerInnen. Laut Hertz 87,9 bot das Rektorat den Bestzenden einen eigenen Seminarraum an, der diesen allerdings zu klein gewesen sei. Die in dem Artikel erwähnte Pressemitteilung der Besetzerinnen und Besetzer kann ich allerdings nicht finden. Das Interview von Kathrin Sielker mit einen anonymen Besetzer sollte man sich allerdings anhören. Ich denke, es hilft die Akion und vielleicht einen Großteil der Protestbewegung besser einschätzen zu können.

… to be continued

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Das bielefelder Campusradio Hertz 87,9 sendet heute ab 13:00 Uhr ein Spezial zum Universitätsjubiläum. Wer sich für die hiesigen Exzellenzbestrebungen und  Studentenproteste interessiert oder wissen will, warum und ob überhaupt die Uni noch eine Reformuniversität ist, der sollte unbedingt mal reinhören. Das geht auch von außerhalb, über den Livestream.

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