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Posts Tagged ‘Systemtheorie’

Schon Anfang diesen Monats publiziert, aber trotzdem spannend (für Soziologen): Dirk Bäcker im Deutschlandfunk über das Medium Internet Computer als Katastrophe und die heraufziehende „nächste Gesellschaft“.

Seine These: Durch die Erfindung des Computers (zu dem das Internet irgendwie dazugehört) wird die gegenwärtige Gesellschaft in eine Krise gestürzt, aus der irgendwann die nächste Gesellschaft erwachsen wird. Das neue Medium produziere einen Überschuss an Möglichkeiten seiner Verwendung, auf die wir uns noch nicht eingestellt hätten oder nicht einstellen wollen würden. Leider erklärt er nicht, was das denn nun differenzierungstheoretisch bedeutet, aber er meint, das sich bei allem Handeln Kommunizieren bald die Unterscheidung zwischen online und offline aufdrängen würde, und zwar in Form des Entscheidungszwanges, wo bzw. wie man kommunizieren möchte.

Erfrischend ist sein Umgang mit Luhmanns Systemtheorie, die er nicht, wie manche seiner Kollegen, für zehntausend Jahre in Stein gemeißelt sieht, sondern als „Denkmal der Moderne“, von der wir uns mit jedem Tag weiter entfernen. Er wirbt um „riskante und damit fruchtbare Theorieeinsätze“ und damit für eine Ansatz, den er der buchdruckgeprägten Moderne zurechnet: Kritik. Ein Schelm, wer Arges dabei denkt.

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