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Posts Tagged ‘Komplexität’

Meike Laaff hat heute in der Onlinetaz einen Artikel (in der Printausgabe habe ich ihn nicht gefunden) über die Gegenwart und Zukunft kreativer Medienarbeit veröffentlicht (oder besser: die taz hat einen Artikel von Meike Laaf…). Ich hoffe nur, sie wird die von ihr gepriesenen Arbeitsbedingungen nie ertragen müssen.

Zentrales Konstrukt ist „Die Marke Ich“. Auf ihr fußt das Geschäftsmodell der medialen Avantgarde – und darauf, dass ständig neue, besondere Ideen für Vertrieb, Verkauf, Produkte und „Selbstmarketing“ erfunden werden. Nicht nur der Inhalt soll jedes Mal neu sein, sondern auch das Format. Zur Ruhe können nur diejenigen kommen, die ihre Nische gefunden haben, wovon das Netz ja eine ganze Menge böte. Spätestens hier wird klar, dass die Autorin den Großteil des Publikums der Massenmedien – und damit auch den Großteil der Leistungsrollen – ausblendet. So analysiert Laaf auch nicht die sich verändernden Strukturen des Mediensystems, sondern beschreibt ausgewählte Einzelschicksale. Das ist fetzig und eine beliebte Möglichkeit zur Reduktion von Komplexität, wird aber dem Problem aber in keiner Weise gerecht. Mehr noch, der Artikel vertritt einen selbstausbeuterischen Individualismus, den man eigentlich mehr mit dem Marktfundamentalismus Angelsächsischer Prägung als dem deutschen Linksliberalismus verbindet. Die dazugehörige Perversion einer Sklaven produzierenden Herrenmoral wird gleich mitimpliziert, wenn den lahmen Nichtavantgardisten Jammerei unterstellt wird. Der Eindruck wird durch penetrante Marketingrhetorik und radikale Personalisierung des Problems (und seiner Lösung) komplettiert.

Gern würde ich mit der Einschätzung abschließen, dass der Artikel keinen Beitrag zur Debatte lieferte; Leider ist nicht auszuschließen, dass ihn Menschen ernst nehmen werden. Immerhin wurde er sechs mal geflattrt.

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Als ehemalige Mitschüler nach Bielefeld gingen, dachte ich: „Aha, da kann man also auch studieren.“ Vorher wusste ich über Bielefeld nur, dass es diesen unglaublich doofen Witz gibt, dass es Bielefeld nicht gäbe und das mit irgendwelchen Verschwörungen zusammenhinge. Da mich aber sonst keiner wollte, weil die Schule nicht so ganz ernst nahm, bin ich dann tatsächlich dort gelandet und musste es zum Glück nicht bereuen. Die Uni Bielefeld ist nämlich im Großen und Ganzen ziemlich cool, auch wenn die Fassade für Viele den Charme eines Ostblockwohngetthos versprüht. Und die Fakultät für Soziologie ist spitze. Das weiß man, wenn man sich eingehender mit Soziologie befasst. Dazu bedarf es keiner Rankings, die im Zweifel ja noch Unis für toll halten, an denen… aber lassen wir das.

Die Universität Bielefeld freut sich jedenfalls offiziell über ihr weltweit mittelmäßiges Abschneiden im Times Higher Education Ranking, was immerhin für Platz 1 in NRW reicht.

Im Hochschulranking 2010/2011 des renommierten britischen Magazins „Times Higher Education“ hat die Universität Bielefeld das beste Ergebnis aller Hochschulen Nordrhein-Westfalens erzielt. Sie ist in Deutschland die Nummer 8 und kommt auf Platz 67 in Europa. Im weltweiten Vergleich belegt die Universität Bielefeld Rang 173.

Steht da. Und Professor Dr. Rolf König, stellvertretender Rektor und Prorektor für Finanzangelegenheiten und Ressourcen der Universität Bielefeld ist ebenfalls begeistert:

„Dieses Ergebnis in einem der renommiertesten internationalen Universitätsrankings bestätigt den Anspruch der Universität Bielefeld, sowohl in der Forschung als auch in der Lehre zu den besten Universitäten in Deutschland zu gehören“

Dumm nur, dass dieses Ranking, wer hätte es gedacht, völliger Quatsch ist. Ich frage mich, warum so viele Wissenschaftler auf der Welt eine „Studie“ ernst nehmen, die wissenschaftliche Kriterien, etwa eine ausreichende Fallzahl, mit Füßen tritt. Ja, es gibt Kritik. Man kann sie finden, wenn man will. Die Uni Bielefeld und ihr Prorektor scheint das nicht zu interessieren, immerhin kann sie sich mit Hilfe des Rankings in positiver Weise selbst darstellen.

Genau hier liegt wahrscheinlich das Problem. Generell ist es ja so, dass die Produktion der Selbstbeschreibung einer Organisation deren Betrieb, den eigentlichen Zweck, behindert, also Zeit und Geld verschlingt, weshalb man durchaus verstehen kann, dass hier auf möglichst einfache Weise Kosten, also Komplexität reduziert wird. Noch dazu läuft diese Selbstbeschreibung über ein anderes Funktionssystem läuft, nämlich die Massenmedien (ausgenommen natürlich Organisationen der Massenmedien). Wahrheits“produktion“ und Aufmerksamkeits“produktion“ haben wenig miteinander zu tun. Dementsprechend wenig Ahnung haben die selbstverwalteten deutschen Unis von professioneller Selbstbeschreibung, es sei denn, es ist zufällig jemand zuständig, der zu dem Thema forscht. Das ist eigentlich auch kein Problem, es wird nur zu einem gemacht, wenn man so tut, als seien die Uni Unternehmen und würden miteinander um Kunden (Studis) konkurrieren. Wissenschaftler kennen sich in der Regel so gut in der Wissenschaftslandschaft aus und/oder haben so wenig Alternativen, dass sie auf Rankings pfeifen können. Ein (in der Tat) weltweit renommiertes Hochschulranking verspricht nun Aufmerksamkeit, Autorität und positive Resonanz. Da kann man mal eben ein paar Zeilen zusammenschreiben und den Prorektor frohlocken lassen. Passt, fertig, aus.

Aber eigentlich müssten sie es besser wissen.

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Noch einmal DRadio Wissen: Nico Nowarra zu Steven Johnsons Buch „Die neue Intelligenz: Warum wir durch Computerspiele und TV klüger werden“. Hier. Also liebe Chirurgen: Immer fleißig CS zocken!

Ganz interessant, wenn auch überzogen, finde ich die Thesen unter den Schlagworten „probing“ und „telescoping“ vertritt.

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Die Abwaschuhr ist eine dieser kleinen, praktischen Erfindungen, die in vielen WGs mit mehr als zwei Bewohnern zu finden ist. Sie ist relativ einfach zu bauen, vor allem für jene, die im Kindergarten gern und viel gebastelt haben, und erfüllt eine simple Funktion auf höchst effektive Weise: sie zeigt an, wer mit Spülen dran ist. Egal ob Wama oder von Hand schrubben, die Uhr geht immer richtig (es sei denn, jemand flunkert!).

Es gibt allerdings noch andere Möglichkeiten, das Problem der innerwohngemeinschaftlichen Arbeitsteilung zu lösen, etwa so:

(mehr …)

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