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Posts Tagged ‘Angelika Express’

Am 26.11. (also in einer Woche) kommt „Die Dunkle Seite der Macht“ in die Läden. Anhören kann man sich das Ganze schon jetzt, umsonst, legal und ohne Malware hier.

Mein erster Eindruck: Poppig. Zu poppig. Deutlich weniger rau als „Goldener Trash“. Aber auch einen Tick politischer („CDU und Du“, „wohin mit den Milliarden“).

Im Pressetext klingt das dann so:

Mit ihrem vierten und bisher facettenreichsten Studioalbum entführen uns die Kölner Anzugpunks mit hemdsärmeligem Charme nun noch tiefer in eine Welt zwischen alltäglichem Abgrund und trotziger Partystimmung.

Erwarten soll man

[…] erfrischend rauhe Songperlen mit Popappeal und Punk im Herzen

Dabei ist der Auftakt mit „Herdplatte an“ nicht unbedingt misslungen, reicht jedoch nicht an „Was wollt ihr alle?“ oder „Selbsthypnose“ heran. Mit „Herr Schlimm“ und „Ekelhaft glücklich“ konnte ich mich erst beim zweiten Hören anfreunden. Wohl, weil ich eine deutlich härtere Gangart erwartet hatte.

Schwere kognitive Dissonanzen verusacht hingegen „Lebenslänglich Beatles“: Hier kritisiert Pop Pop. Zur Erinnerung: „Wir haben Diskoterror und lärmendes Massaker mit dem Zuckerguss des ewigen Popsongs überzogen.“ In der Selbstbeschreibung auf Facebook steht dann auch unter Genre: Indie Pop, Punk, Wave, Trash, Deutschpop, Alternative. Also schon irgendwie Pop, aber dann auch wieder nicht, jedenfalls kein Wohlfühlpop. Wie bei den Beatles? Aha. Angelika Express  schwankt hier zwischen performativem Widerspruch und Unfug. Immerhin fetzt die Gitarre zwischendurch mal Ansatzweise so wie hier oder hier.

Manchmal, aber nur manchmal fühle ich mich gar an die Ärzte erinnert („CDU und Du“). Na vielleicht gibt es dann ja bald ein auch ein Unplugged-Album.

Eindeutige Lichtblicke, die ich bisher ausmachen kann: „Macht blau“, „Die Kanonen von Ehrenfeld“, „Ich klau die Zeit zurück“ (Hamburger Schule, anyone?), und, mich wahrscheinlich zu Unrecht an das erste Album erinnernd: „Schwein aus dem Weltraum“.

Insgesamt ist Tante Angies viertes Studioalbum weniger rau, weniger fetzig und, trotz anderslautender Selbstbeschreibung, weniger Facettenreich als der Vorgänger. Als eigenständiges Album?… kann ich jetzt noch nicht sagen. Die Fortsetzung ist allerdings bereits angekündigt: „Die Dunkle Seite der Macht“ ist nämlich als „Doppelalbum auf Raten angelegt“ – weitere Lieder werden mit der Zeit heruntergeladen werden können.

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